Das Serien - Seminar Teil 1

Das serielle Versprechen

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Ort: Hamburg

Gebühr: 250,- €, alle 720,-€

Zeiten: Samstag 12 - ca. 19 Uhr / Sonntag 10 - ca. 17 Uhr

Deutschland holt auf! Werden wir demnächst nicht nur Marktführer in Autos und Fußball, sondern auch in Serien? Mit „Berlin Babylon“, „4 Blocks“ oder „Deutschland 83“ scheint mehr als nur ein zartes Frühlingslüftchen in der deutschen Serienproduktion zu wehen.

Gute Serien - das schien doch eigentlich die Domäne der Engländer und Amerikaner zu sein. „The golden age of television“ – so nennt man in Amerika die Ära, die durch Serien wie „Mad men“ und „Breaking bad“ geprägt ist und mit den „Sopranos“ ihren Anfang nahm.

Gibt es eine eigenständige ‚serielle Dramaturgie‘? Unterscheidet sich das Schreiben von Seriendrehbüchern vom „normalen“ Drehbuchschreiben?

Erst mal ist das Schreiben in Serie ganz anders als das Schreiben für einen einzelnen Fernsehfilm. Der Autor wird zum teamfähigen Angestellten, er muss aber auch ein bisschen Originalgenie bleiben. „Headwriter“ und „writers room“, das sind die beiden Stichworte.

In der Serie dürfen die Charaktere nicht sofort verglühen, sie müssen lange halten. Die Ökonomie des Serienschreibens verlangt hohe Ansprüche an die Formatierung des Buches, an eine ökonomische Nutzung von Schauspielern und Motiven. Und: Serie braucht einen langen Atem, einen großen Bogen, eine ergiebige Grundsituation, die vielfältig zwischen Muster und Variation spielen kann.

An drei Wochenenden wollen wir uns der Seriendramaturgie nähern. In theoretischen Diskursen, aber auch mit viel praktischer Arbeit. Wer alle drei Seminare besucht, hat mehr davon, er kann ein eigenes Projekt über die Zeit entwickeln und immer wieder im Gruppenzusammenhang diskutieren. Trotzdem wird jedes Mal ein eigener inhaltlicher Schwerpunkt gebildet. Man kann also jederzeit einsteigen.  Die Themen der drei Seminarblöcke:  Das Serielle Versprechen. Charakterisierung und Ensemble. Episode und Szene.

Das serielle Versprechen

In einem ersten Schritt des Kurses geht es um grundsätzliche Unterschiede zwischen Serien und Einzel- Fernsehfilmen. Denn serielle Dramaturgie und die Dramaturgie eines Einzelstoffs sind zwei verschiedene Stiefel, wenn auch meist aus demselben Leder gemacht.

Welche Stoffe haben serielles Potenzial? Wie erkennt man die Tragfähigkeit einer Idee? Welchem seriellen Versprechen können die Zuschauer folgen? In der ersten Folge werden die Grundproblematik der Serie und ihre narrativen Muster festgelegt: Der Zuschauer soll wissen, worauf er sich einlässt, zugleich wird ein Potenzial aufgebaut, das auf ein „Mehr“ hoffen lässt. Wir behandeln Fragen der seriellen Exposition. Grundzüge eines Serienkonzepts werden anhand von Beispielen aus der Praxis erörtert.

In Brainstorming, Arbeit in Kleingruppen, eigenem Schreiben und Diskussion in der Gesamtgruppe werden erste Schritte in ein eigenes Serienkonzept gegangen.

Teil 2-Charakterisierung und Ensemble am 21./22. April, Teil 3-Episode und Szene, Stil und Dialog am 26./27. Mai

 

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